Montag, 24. Januar 2011

The Green Hornet (7/10)

The Green Hornet (Review)

  • Beschreibung: Früher einmal führte Britt Reid ein Leben, in dem jeder Tag eine Party war und in dem es kaum etwas Wichtigeres gab als ein guter Drink, laute Musik und natürlich jede Menge schöner Frauen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Denn nachdem sein Vater, ein einflussreicher Medienmogul, ermordet aufgefunden wurde, ist Britt Reid nicht mehr der, der er früher einmal war. Er ist nun die "Grüne Hornisse" und kämpft mit seinem Chauffeur und Gehilfen Kato für das Gute.
Kritik: Comics sind gute Drehbücher. So dachten sich wohl auch die Bosse in Hollywood, und so ist es wohl auch kaum überraschend, dass der Markt mit Comicverfilmungen nur so überschüttet wird. Im letzten Jahr waren es „Kick-Ass“, „Scott Pilgrim vs. The World“ und „Iron Man 2“. Dieses Jahr beginnt mit „The Green Hornet“ und setzt die Messlatte bereits zu beginn sehr hoch. In den 1930er Jahren wurde die grüne Hornisse durch eine Radioserie geboren. Jahre später (1970er) wurde eine Fernsehserie mit der Kung-Fu-Legende Bruce Lee adaptiert. 2010 setzte sich Michel Gondry („Vergiss mein nicht“) auf den Regiestuhl und brachte mit dem Hauptdarsteller Seth Rogen („Zack & Miri“) einen nicht ganz typischen Superhelden auf die Leinwand. Diese Kombination tut gut und lässt den Comic-Blockbuster frischen Wind einhauchen.

Seth Rogen castete sich wohl selbst für die Hauptrolle. Denn wie Maß geschneidert wirkt die Rolle der grünen Hornisse. Dies liegt wohl auch daran, da er auch das Drehbuch geschrieben hat. Zwar kommt Rogen nicht in die Tiefe seines Charakters, jedoch greift hier der bissige und schwarze Humor. Dies passt wie die Faust aufs Auge, zu diesem eher zur Komödie zählenden Films. „The Green Hornet“ ist keine Parodie, wenn sich dies nun jemand denkt.

Michel Gondry stammt eigentlich aus dem Arthouse-Milieu und ist mit seinen Filmen bereits sehr bekannt. So ist die Frage ob er auch einen Blockbuster mit einem großen Budget und auch noch in 3D überhaupt stemmen kann, wohl berechtigt. Hier kann mit einem „JA“ geantwortet werden. Die Actionreichen Verfolgungsjagden, die Zeitraffer aufnahmen und vor allem das Tempo, ist derart abwechslungsreich, dass dem Zuschauer zu keiner Zeit langweilig wird.

Der Ersatz von Stephen Chow („Kung Fu Hustle“) wurde Jay Chou. Dieser ist bereits ein sehr bekannter Musikstar in seiner Heimat Südkorea. Sein komödiantisches Talent ist erfrischend und auch schauspielerisch ist er sehr beeindruckend. Trotz das Chou im wirklichen Leben kaum ein Wort Englisch kann schlägt er sich als „Sidekick“ sehr gut an der Seite von Rogen und stiehlt ihm sogar gelegentlich die Show. Leider ist die Rolle von Cameron Diaz („Verrückt nach Mary“) kaum nennenswert. Sie ist eher die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Als Sekretärin wird sie wohl im Sequel erst eine größere Rolle bekommen. Die Rolle die jedoch am meisten sich im Gehirn fest brennt, ist die von Oscar-Gewinner Christoph Waltz („Inglourious Basterds“). Seine Rolle als russischer Drogenboss erinnert stark an die des Col. Hans Landa aus Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“. Wieder ist es (neben seiner zweiläufigen Pistole) vor allem seine prägnant-präzise Sprache, mit der er seine Gegenüber in Angst und Schrecken versetzt – weshalb man nach Möglichkeit die Originalfassung auch der deutschen Synchronisation vorziehen sollte.

Fazit: Trotz der fehlenden Note von Regisseur Michel Gondry, trifft „The Green Hornet“ genau aufs Auge. Ruppiger Humor und kranke Verfolgungsjagden, geben dem Film die nötige Würze. Teil 2 lässt nicht lang auf sich warten. Denn Seth Rogen und Evan Goldberg haben Fortsetzung bereits geschrieben.

7/10 Punkte… Aus Chudnofski wird Blutnofski. ;-)

Montag, 17. Januar 2011

Machete (8/10)

Machete (Review)

  • Beschreibung: Machete hat nichts mehr zu verlieren. Drogenkönig Torrez tötet seine Familie und beinahe auch ihn selbst, weil er ihm als gefürchteter Ermittler der mexikanischen Bundespolizei gefährlich nahe gekommen war. Machete flüchtet nach Texas, um seine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch er findet sich wieder in einem Netz aus Korruption und Betrug. Der skrupellose Geschäftsmann Booth erpresst ihn, den rassistischen Senator McLaughlin zu erschießen. Sonst würde er Machete, illegal in den USA, verpfeifen. Machete nimmt gegen seinen Willen an. Eine Falle! Er wird selbst Ziel eines zweiten Killers, alles soll danach aussehen, dass die Polizei Machete als Attentäter erschießt. Nur knapp entgeht er dem Mordanschlag. Doch Booth und eine Reihe Killer, darunter der unberechenbare Anführer einer privaten Grenzarmee, Von, sind ihm auf den Fersen. Machete kann nur überleben, wenn er die Verschwörung aufdeckt und seinen Namen reinwäscht. Unerwartete Hilfe bekommt er von der schönen Einwanderungsbeamtin Sartana und der Revoluzzerin Luz. Und dann ist da noch der bibelfromme Padre, ein Priester, der sich besser auf Gewehre versteht als auf Bibelsprüche...
Kritik: Allein die Entstehung von „Machete“ ist Action pur. Vor rund 20 Jahren hatte Robert Rodriguez (Sin City, Planet Terror) bereits die Idee zu dem Film. Doch zu diesem Zeitpunkt drehte er „Desperado“. Diesen drehte er in einer mexikanischen Kleinstadt, in der er den Nebendarsteller Danny Trejo kennenlernte. Somit hatte er auch gerade wegen Trejos äußeren seine Hauptfigur gefunden. Jedoch kam es nie zum Beginn des Projektes und Trejo lag seinem Cousin 2. Grades Robert Rodriguez knapp 20 Jahre lang in den Ohren. Irgendwann kam das Projekt „Grindhouse“ mit seinem Freund Quentin Tarantino und so entschied sich Rodriguez den Fake-Trailer „Machete“ zu drehen um Trejo zu besänftigen. Jedoch wurde dieser nach dem Trailer nicht leiser. So musste nun doch der ganze Film her.
Die Fans gaben zu dieser Entscheidung wohl auch einen großen Beitrag hinzu. Von dem Trailer begeistert wollte man noch mehr sehen. So schrieb Rodriguez mit seinem Cousin Alvaro ein Drehbuch rund um die Story aus dem Fake-Trailer und teilte sich mit seinem langjährigen Cutter Ethan Maniquis die Regie. So entstand eine Orgie von Gore, Titten und schlagkräftigen Onelinern.

Einer der prägendsten Oneliner ist „They just fucked with the wrong Mexican!“, der aus dem Fake-Trailer aus “Grindhouse” stammt, spiegelt genau das wieder was der Film zu bieten hat. In den 70er Jahre wurde das Blaxploitation-Kino in den amerikanischen Häusern berühmt. So wurden von der schwarzen Bevölkerung eigene Helden erschaffen. Shaft oder Foxy Brown, die mit großen Knarren und viel Gewalt gegen rassistische weiße Bösewichte zu kämpfen und währenddessen noch Zeit fanden viel Sex zu haben. „Machete“ ist die mexikanische Version eines dieser Genres. Ein Mexploitation-Movie.

Wer hier nach politische Korrektheit und Logik sucht, wird danach vergeblich suchen müssen. Darum geht es hier nicht. Abgefahren ist das Motto und so sind Lowriders die als Ersatz von Pferde missbraucht werden, Frauen die Mobiltelefone in ihren Vaginas verstecken oder Eingeweide als Liane benutzt werden, nur eine Nebensache der abgefahrensten Situationen im Film. Der Gorefaktor lässt nicht zu wünschen übrig. Zerschmetterte Schädel, rollende Köpfe und spritzende Blutfontänen lassen jeden Gewaltfetischisten das Herz in Wallungen bringen. Machete bekommt nach getaner Arbeit auch immer die schönsten Frauen, in scharen an den Hals. Das muss man Rodriguez lassen. Er spielt mit dem Publikum und seinen reizen gekonnt und bringt trotz surrealen Bildern auch eine gute Geschichte mit.

Zu dem Genre gehören natürlich auch gnadenlose Bösewichte, wie Robert De Niro als Senator. Dessen Handlanger sind auch keine kleinen Fische. Dazu gehören Nash Bridges und Don Johnson, die als Grenzpolizisten Jagd auf mexikanische Einwanderer machen und sich vor rassistischen Äußerungen nicht scheuen. Hier geht Rodriguez auf die Einwanderungspolitik ein und lässt durchschimmern, dass hier eine offenere verhaltensweise wünschenswert wäre. Genötigt gehen die Einwanderer hier den Bösewichten entgegen und schreiten unter der Führung von „She“ die von Michelle Rodriguez gespielt wird, zur Revolution entgegen.

Danny Trejo hatte für seine Rolle sicherlich kein langes Training benötigt. Immerhin spielte er diese Art von Rolle bereits Dutzende male. Dies ist jedoch seine erste Hauptrolle. Sein stoischer Gesichtsausdruck und seine grimmige Stimmlage reichten für ihn vollkommen aus. Dennoch überrascht Trejo durch seine Leistung, wenn er als Arbeitsloser mit hängenden Schultern durch die texanischen Straßen wandert. Dies reichte jedoch Rodriguez nicht um ihm gänzlich zu vertrauen. Denn zu Trejo stellt er den wohl irrsten Cast aller Zeiten zur Seite. Robert De Niro, Steven Seagal, Jessica Alba, Lindsay Lohan, Michelle Rodriguez, Cheech Marin und Don Johnson.

Steven Seagal beweist hier Humor und nimmt sich mit gewisser Selbstironie auf die Schippe. Nicht nur für Trejo ist hier die Premiere als Hauptdarsteller, sondern auch für Seagal. Denn dieser spielt hier zum ersten Mal einen Bösewicht. Einzig und allein Lindsay Lohan passt überhaupt nicht in diesen Film. Zwar spielt sie sich fast schon selbst, indem sie als verzogenes dauernd zugedröhntes und meist nacktes Gör, herum rennt. Doch die Wandlung von der Göre zur Nonne kann hier ihr keiner abkaufen.

Fazit: Gespickt mit Tonnen an One-Linern und vielen Grindhouse-Elementen erschafft Rodriguez mit Trejo einen neuen „Anti“-Helden. Mit viel Ideenreichtum erschaffen beide einen Mythos und bringen so mächtig Laune auf mehr. „Machete schreibt keine SMS. Er improvisiert“ ist einer von vielen Sätzen die jetzt schon einen Kultstatus erreicht haben.

8/10 Punkte... MACHETE KOMMT WIEDER IN…“MACHETE KILLS“

Freitag, 15. Oktober 2010

Kindsköpfe (6/10)

Kindsköpfe (Review)

  • Beschreibung: Fünf Freunde treffen sich nach Jahren wieder, weil sie ihrem verstorbenen ehemaligen Basketball-Trainer die letzte Ehre erweisen wollen. Sie verbringen deshalb mit ihren Frauen und Kindern ein langes Wochenende in dem Haus am See, in dem sie einst ihre Meisterschaft gefeiert haben. Es fällt ihnen leicht, dort wieder anzuknüpfen, wo sie damals aufgehört haben, denn älter zu werden, heißt schließlich nicht automatisch auch erwachsen zu werden.
Kritik: Man nehme eine Riege von Starkomikern, nehme das Drehbuch des erfolgreichsten von ihnen und schon hat man eine gute Komödie. Dies dachte sich wohl Regisseur Dennis Dugans, der das Drehbuch von Adam Sandler verfilmte. Dieser durfte auch daraufhin als Hauptdarsteller fungieren. Trotz dass alle Darsteller ungehemmt auf Gagjagd gehen, fällt hier das Ergebnis nicht besonders gut aus. „Kindsköpfe“ ist genau genommen ein wirklich guter Film. Jedoch finden sich Anhänger dieser art von Ulk-Komödien und machen im Endeffekt einen Riesenspaß.

Ein Adam Sandler – Gesetz ist es. Vergesse nie deine Freunde. So ist es auch ziemlich logisch das zu jedem seiner Filme, seine Freunde nicht fehlen dürfen, wie auch hier. Die 4 Co-Stars Kevin James, Chris Rock, Rob Schneider und David Spade haben bisher alle mal in mindestens einem Sandler Film mitgespielt. Auch Regisseur Dennis Dugan ist für Sandler kein unbekannter. Denn dieser arbeitete mit ihm bereits in „Leg dich nicht mit Zohan an“, „Happy Gilmore“, „Chuck und Larry“, sowie „Big Daddy“. Dies ist nun der 5. Film des Duo.

Was sich auch beim Konzept von „Kindsköpfe“ nicht geändert hat, ist der einfache Humor. Nachdem Sandler in seinem letzten Film „Wie das Leben so spielt“ einen Ausflug in einer anspruchvollen Komödie unternahm, zieht er hier in sein altbekanntes Gefilde zurück. Angefangen mit Furzgags, Geschlechtswitzen, Pinkelscherze,… begnügt sich der Film nicht nur mit dieser art Komik. Denn obwohl man diese Gag-Serien als Schwäche bezeichnen könnte, treffen gerade diese effektiv das Zwerchfell. Die Witzorgie benötigt keine besondere Story. Denn für die Lacher sorgen die Charaktere selbst, sowie das Verhältnis untereinander.

Zu den Charakteren gibt es keine große tiefe. Nur grob werden diese beleuchtet und schnell ist erkannt wer in welches der Schemen fällt. Adam Sandler der reiche Hollywood Agent, der sich bemühen muss, dass seine Familie den Bodenkontakt nicht verliert und die Kinder die chinesische Nanny nicht immer per SMS herumkommandieren. Kevin James („Hitch“) hat Probleme mit der Prostata und schlägt sich mit seinem vierjährigen Sohn herum der es einfach nicht lassen kann, sich seine Milch an der Brust der Mutter zu besorgen. Chris Rock (
(„Dogma“) ist Hausmann und steht schwer unter den Pantoffeln seiner Ehefrau und Schwiegermutter. David Spade („Joe Dreck“) ist ein Möchtegern-Frauenheld und Säufer und Rob Schneider steht auf ältere Damen und ist mit einer verheiratet.

Wer nun denkt das die Gags nur auf eine Person zugeschnitten ist, täuscht sehr. Adam Sandler und Fred Wolf (Saturday Night Live – Schreiber) schrieben die Geschichte um die Gags herum und sahen zu, dass jeder seinen Anteil an Gags bekam. Eher als Dekoration zu sehen sind die weiblichen Akteure, die kaum zu bemerken sind. Darunter zählen Maria Bello, Salma Hayek und Maya Rudolph. Am Ende ist trotz allem jeder der Charaktere schlauer.

Zu guter Letzt kommt hier noch Steve Buscemi („Con Air“), der mit seinen kurzen Auftritten das Zwerchfell zum platzen bringt. Zunächst wirkt er nur unscheinbar. Doch der bloße Anblick seiner blassen Figur im weißen Unterhemd lässt einen die Tränen aus den Augen schießen.

Fazit: Infantil, Naiv, Pupertär, Geschmacklos,… bezeichnet alles „Kindköpfe“. Jedoch wer auf Klamauk steht wird bei dieser Komödie riesigen Spaß haben. Denn das Ensemble holt aus jeder kleinen Situation, unverschämt viele herzhafte Lacher heraus. Alberne Unterhaltung und pures Vergnügen.

6/10 Punkte... Freunde lassen Freunde nie erwachsen werden.

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Ponyo (9/10)

Ponyo (Review)

  • Beschreibung: Ponyo ist ein junger Goldfisch, der sich danach sehnt, ein Mensch zu werden. Als sie mit dem Kopf in einem Marmeladenglas stecken bleibt, wird sie von dem fünf Jahre alten Sosuke gefunden und gerettet. Die beiden freunden sich an, doch bald versucht Ponyos Vater, ein Zauberer im Meer, sich zurück zu holen. Die kleine Goldfischdame flieht und löst damit schlimme Umweltkatastrophen aus, die auch Sosukes Dorf bedrohen.
Kritik: „Ponyo“ ist die neuste Errungenschaft des Regisseurs Hayao Miyazaki aus dem Hause Ghibli. Miyazaki hat bereits viele Animationswerke auf die Leinwand gebracht, darunter zählen „Prinzessin Mononoke“, „Chihiros Reise ins Zauberland“, „Das wandelnde Schloss“,… und viele mehr. Dies ist nun seine zehnte Regiearbeit und auch einer der erfolgreichsten. In Japan hielt sich das Märchen ganze 5 Wochen an der Spitze der Kinocharts. Auch war der Soundtrack mit den Kinderliedern ein Riesenerfolg und hielt sich sogar 7 Wochen an der Spitze.

Miyazaki kommt hier gänzlich ohne CGI-Effekte aus und bringt „Ponyo“ in guter alter Animationskunst daher. Der Zuschauer erhält detailreiche Unterwasserwelten in Pastellfarben präsentiert, in der es von Kleinstlebewesen nur so wimmelt. Die faszinierenden Bilder sind so abwechslungsreich wie die Musik von Joe Hisaishi, die wunderbar die Stimmung umspült, sei es durch eine Opernarie, pompösen Orchestra oder niedlichen Kinderliedern.

Die Geschichte ist geradlinig und ganz und gar kindergerecht. Hier geht es um Freundschaft, Solidarität und kindliche Verlustängste. Eine sehr freie Interpretation der Märchenerzählung „Die kleine Meerjungfrau“ von Hans Christian Andersen. Auch darf eine Botschaft zum Umweltschutz nicht fehlen. Der Erste Teil des Films, in der die Welt unter und über der Meeresoberfläche vorgestellt wird ist das Thema Umweltverschmutzung mit ihren Folgen deutlich bemerkbar.

Die Figuren Ponyo und Sosuke sind perfekte Charaktere für das junge Publikum und lässt es problemlos mit ihnen identifizieren. Es ist nicht schwer die niedlichen Protagonisten ins Herz zu schließen. Die Animation der Charaktere sind etwas einfacher gehalten als bei den vorherigen Filmen Miyazakis, jedoch haben sie in keinsterweise an der Lebendigkeit ein eingebüßt und fügen sich hervorragend in die detailreichen Hintergründe mit ein.

Wer Miyazakis Filme kennt ist aufgefallen, das Ponyo in der Menschengestalt stark an die kleine Mei in „Mein Nachbar Totoro“ erinnert. Beide Mädchen lösen mit ihrem unbändigen Wunsch einem geliebten Menschen nahe zu sein, eine unbeabsichtigte Ereignislawine aus. Während Mei zu ihrer todkranken Mutter aufbricht und durch ihr plötzliches Verschwinden für Aufruhr sorgt, bringt Ponyo durch ihren magischen Alleingang gleich das gesamte ökologische Gleichgewicht durcheinander.

Fazit: Das wunderschöne Kindermärchen „Ponyo“ fesselt jedes Publikum, ob jung oder alt. Die detailreichen, fantasievollen Meereswelten, sowie die liebevoll entworfenen Figuren lassen kindliche Freude entfachen, trotz der großen Naivität. Hayao Miyazaki hat durch „Ponyo“ wieder ein Meisterwerk des Studio Ghibli geschaffen.

9/10 Punkte… Gake no ue no Ponyo

Freitag, 17. September 2010

Hatchet 2 (7/10)

Hatchet 2 (Fantasy Filmfest Review)


  • Beschreibung: Marybeth Dunston hat die Ereignisse im Sumpf überlebt, sie wird aus dem Wasser gefischt und von ihrem Retter verjagt, als er ihren Nachnamen erfährt. Das letzte, was er ihr auf den Weg mitgibt, ist dass sie Reverend Zombie fragen soll, was ihr Vater damals getan hat. Von Zombie erfährt sie, dass ihr Dad nicht ganz unbeteiligt am Schicksal Victor Crowleys war. Sie beschließt, zurück in Crowleys Revier zu fahren, die Überreste ihres Vaters und ihres Bruders einzusammeln, und Crowley ein für alle Mal zu töten. Zombie stellt das nötige Team zusammen, doch er hat auch seine eigenen Pläne...
Kritik: Beim Thema Film gibt es mehrere Genres. Jedoch keines ist so unterteilt wie das Genre Horror. Hier unterscheidet man oft noch in Gruselschocker (Ring, The Grudge,…), Terror (Texas Chainsaw Massacre, Martyrs,…), Psycho-Horror (Shining), Monster-Horror (Alien, Predator,…), Teen-Slasher-Horror (Scream, Ich weiss was du letzten Sommer getan hast,…) und viele mehr. Sam Raimi sagte einmal, dass "Horror" ein Sub-Genre von "Comedy" ist. Denn ein guter Horrorfilm bietet dem Zuschauer Unterhaltung und ist vielleicht vergleichbar mit einer Achterbahnfahrt in einem Vergnügungspark. Die Leute schreien sich vor Angst die Seele aus dem Leib. Aber kaum ist Fahrt zu Ende, stellen sie sich schon wieder für die nächste an.

„Hatchet 2“ zählt zum Sub-Genre Splatter-Horror und bietet trotz der vielen Splatterszenen auch eine etwas ausgefeilte Story. Da hier aber das Morden im Vordergrund steht ist diese nur ein netter Nebeneffekt. Die Opfer sind beachtlich und gehen einer nach dem anderen spektakulärer drauf. Wobei da sofort die Frage kommt ob dieser Film in Deutschland jemals ungeschnitten den Verleih erreicht. Das war bereits bei „Hatchet“ verwunderlich.

Der Film erinnert stark an die „Freitag der 13.“ Reihe. Dies ist gewollt, vor allem ersichtlich durch die unbesiegbare Bestie Victor Crowley, der von Kane Hodder gespielt wird. Hodder ist in diesem Genre sehr bekannt, durch seine Darstellung des Massenmörders Jason Vorhees. Ein weiterer Bösewicht ist auch kein unbekannter. Tony Todd (Candyman, Final Destination) der bereits seid Jahren eine B-Movie Star ist. Dieser trägt auch den Film. Denn sein Fassettenreiches Spiel lässt einen in die Kinositze fesseln. Auch bei den weiblichen Kandidatinnen ist man einen Schritt weiter gegangen. Tamara Feldman (Halloween) spielt nun die Rolle der Heldin. Jedoch kommt sie nicht an die gute Leistung von Tony Todd heran und so wird der Bösewicht zum geheimen Star des Films. Vor allem die Vorfreude zum Endkampf, Kane Hodder vs. Tony Todd, ist ziemlich groß und birgt einige blutige Überraschungen hervor.

„Hatchet 2“ enthält etliche Chameo-Auftritte. So spielt Regisseur Adam Green in einer sehr kurzen Rolle zu beginn mit. Aber die größte Überraschung ist wenn Lloyd Kaufman die Bühne betritt. Der Troma-Inhaber und Regisseur vieler Trash-Filme hat zwar eine sehr bedeutungslose jedoch witzige Rolle. Einen Cookie verspeisend zwischen einen Haufen Kopfgeldjägern sitzend, hat Kaufman keinerlei Sprechrolle.

Leider ist der Anfang sehr lang und zieht sich etliche Minuten bis etwas Spannendes geschieht. Die Dialoge sind nicht besonders ausgereift, doch dies hat bei einem solchen Film keinerlei Auswirkung. Denn hier geht es nur um den Body-Count und der ist hier sehr gut vertreten. Doch manchmal ist weniger etwas mehr. Gezwungen wirken dann gegen Ende hin die kreativen Morde von Victor Crowley, denn es gibt niemanden bei dem nicht, auf die Wunden oder auf die jeweiligen Todesursachen, die Kamera auf die Totale schaltet. Hier wird draufgehalten bis jeder Tropfen Blut aus dem Körper gelaufen ist. Auch wechselt Crowley immer wieder sein Werkzeug und so kommen die Tode dem eigentlichen Titel nicht mehr ganz gerecht.

Fazit: Für Splatter-Fans ein absoluter Hochgenuss und ein muss. Jemand der auf Grusel oder neumodische Horrorfilme alla "Saw" steht sollte hier jedoch einen ganz großen Bogen machen. Punkte verliert der Film nur durch seine lange Durststrecke in der Mitte.

7/10 Punkte… "Wie ist die Nummer der Polizei?", "Natürlich 911", "Auch vom Handy aus oder haben die da eine andere Vorwahl?"